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DES - Online Geschäftsbericht 2009

Überblick über den Geschäftsverlauf:
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2003 negativ entwickelt. Das reale (preisbereinigte) Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Deutschland um 5,0 % gesunken (nach +1,3 % im Vorjahr). Da das Jahr 2009 annähernd die gleiche Anzahl Arbeitstage wie das Vorjahr hatte, ergibt sich kalenderbereinigt keine sichtbare Veränderung der Wachstumsrate (-5,0 %).

Zu diesem stärksten Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit dem 2. Weltkrieg führte vor allem ein Einbruch der Exporte sowie der Ausrüstungsinvestitionen. Der Außenbeitrag, die Differenz zwischen Ex- und Importen, hatte wie im Vorjahr einen negativen Wachstumsbeitrag zum BIP und fiel mit -3,4 % stärker aus als 2008 (-0,3 %). Die Exporte sanken dabei preisbereinigt um 14,7 %, der Rückgang bei den Importen hingegen betrug nur 8,9 %. Ausrüstungsinvestitionen gingen um 20,0 % zurück.

Der private Konsum, die gewichtigste Verwendungskomponente des BIP, stieg im abgelaufenen Jahr um 0,4 % (2008: -0,1 %). Haupttreiber hierfür war vor allem die Abwrackprämie, die beim Absatz von Kraftfahrzeugen zu einer erheblichen Steigerung geführt hat. Dagegen fielen fast alle Ausgaben für andere Verwendungszwecke geringer aus. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen im vergangenen Jahr sogar um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr. Die Sparquote erreichte mit 11,2 % erneut den hohen Wert des Vorjahres.

Mit 0,4 % erreichte die Inflationsrate den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Im vergangenen Jahr lag sie noch bei 2,6 %. Hauptgrund hierfür waren Preisrückgänge bei Mineralölprodukten und Nahrungsmitteln. Die durchschnittliche Jahresteuerungsrate seit 1999 liegt bei 1,5 %.

Im Jahresdurchschnitt erhöhte sich die Arbeitslosenquote 2009 auf 8,2 %, auch dies als Folge der tiefen Rezession. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Quote um 0,4 Prozentpunkte zu. 3,42 Mio. (2008: 3,27 Mio.) Menschen waren erwerbslos.

Die Europäische Währungsunion (EWU) erlebte 2009 nach Jahren des Aufschwungs einen Rückschlag: Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) ergab sich für 2009 ein realer Rückgang des BIP von 4,2 % in der EU-27 (nach +0,8 % im Vorjahr).

Die Inflationsrate in der Eurozone ging ebenfalls deutlich zurück (+1,0 %, Vorjahr +3,7 %), dagegen erhöhte sich die Arbeitslosenquote auf 9,4 % (2008: 7,5 %).

Diagramm Bruttoinlandsprodukt in Deutschland (Preisbereinigt)
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